Was bedeutet Nuklearmedizin?

Der Begriff „Nuklearmedizin“ bedeutet die Anwendung von radioaktiven Stoffen in geringer Konzentration zur Erkennung und Behandlung von Stoffwechselveränderungen in verschiedenen Organsystemen, wie z.B. Skelett – Schilddrüse – Nieren und ableitende Harnwege – Herz – Lunge – Gehirn in Zusammenhang sowohl mit gutartigen als auch bösartigen Erkrankungen. Daher sind krankheitsbedingte Änderungen in Organfunktionen häufig früher zu erkennen als in Röntgenuntersuchungen oder auch der Kernspintomografie.

Wie belastend sind nuklearmedizinische Untersuchungen?

Bei vielen Untersuchungen (Schilddrüse – Nieren) liegt die Strahlenbelastung im Bereich der natürlichen Strahlenbelastung und deutlich unterhalb der einer Röntgenuntersuchung. Bei anderen Untersuchungen liegt die verabreichte Strahlung meist unter der Belastung durch eine Computertomografie.

Nebenwirkungen durch die radioaktiven Substanzen sind weitgehend auszuschliessen, da im Gegensatz zu Röntgenkontrastmitteln kaum Unverträglichkeitsreaktionen auftreten können.

Welche Untersuchungen sind bei uns möglich?

Im MVZ bieten wir derzeit nahezu sämtliche Untersuchungen zur Abklärung von Organ-Funktionsstörungen an, die auch ambulant auf Überweisung von niedergelassenen Ärzten erfolgen können.

Welche Behandlungen sind bei uns möglich?

Zur Behandlung von entzündlichen Gelenkerkrankungen und von Ergüssen im Bereich der Kniegelenke steht die Radiosynoviorthese (RSO) zur Verfügung. Mit dieser Behandlung werden durch eine Kniegelenkspunktion und Einbringung einer strahlenden Substanz die entzündeten und Erguss produzierenden Zellen der Gelenkhaut verödet.

Bei starken Schmerzen durch Knochenherde im Verlauf einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung setzen wir die Samariumtherapie oder bei bestimmten metastasierten Prostatakarzinomen die Radionuklidtherapie mit ²²³Radium (Xofigo®) ein.
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Diagnostik

Gammakameras

Die Gammakamera ist seit ihrer Einführung zu Beginn der 60er Jahre schnell zum wichtigsten Messinstrument in der Nuklearmedizin geworden. Ein scheibenförmiger NaJ–Kristall bildet als Szintillator den Detektor (Empfangskörper für die aus dem Patienten kommende Strahlung), der auf einer Seite mit sog. Photomultipliern (Sekundärelektronenvervielfacher) bestückt ist. Eine nachgeschaltete Elektronik in digitaler Technik ist in der Lage, die geometrische Zuordnung der empfangenen Strahlung durchzuführen.

Ziel aller Szintigraphieverfahren ist die bildliche Darstellung der räumlichen Verteilung strahlender Nuklide, die als Spurensubstanzen (Tracer) in den Körper der Patienten eingebracht werden. Dadurch entstehen die szintigraphischen Aufnahmen, die Aufschluss über Organfunktionen und Stoffwechselvorgänge geben.

Derzeit erfolgt der Austausch der bisher verwendeten Gammakameras durch neue in Funktion und damit auch in der Aussage verbesserter Gerätschaft. Dadurch verbessert sich auch der Komfort für die Patienten.

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Diagnostik

Positronen-Emissions-Tomograph (PET) und Computertomograph (CT)

Bei dem im MVZ installierten PET/CT handelt es sich um einen ultra-hochauflösenden Positronen-Emissions-Tomographen mit einem leistungsstarken Multi-Detektor-Computertomographen in einem Gerät. Das PET/CT wurde speziell für die Bedürfnisse der modernen Radioonkologie entwickelt. 

Bei dieser Methode wird der Stoffwechsel in Tumoren durch die Szintigrafie mit einer radioaktiven Glucose(Zucker)-Lösung sichtbar gemacht und durch die Computertomografie (CT) einer Organstruktur zugeordnet. Dies bedeutet z. B. für die Strahlentherapie eine noch zielgenauere Anpassung der Zielgebiete.

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Diagnostik

SPECT-CT-Gerät

Nach vollständigem Umbau und Ausbau der Nuklearmedizin wurde ein SPECT-CT-Gerät der neuesten Generation in Betrieb genommen. Auch kleinste Gewebeveränderungen können sichtbar gemacht werden. Mit dem sog. SPECT-CT - einer Kombination aus nuklearmedizinischer Technik und Computertomografie (CT) - können bereits kleinste Veränderungen sichtbar gemacht und damit frühzeitig gutartige und bösartige Erkrankungen entdeckt und exakt lokalisiert werden.

Die aufschlussreichen Informationen zum Stoffwechsel aus der SPECT-Untersuchung mit den detaillierten anatomischen Informationen aus der Computertomografie spielen eine wichtige Rolle für eine nochmalige Optimierung der Hochpräzisionsbestrahlungen. So können die angefertigten Bilder direkt in die Planung von Tumorbestrahlungen ebenso wie in strahlentherapeutische Behandlungen von gutartigen Erkrankungen wie Fersensporn, Entzündungen der Bänder, Tennisellenbogen, Schulter-, Hüft- und Kniearthrosen integriert werden.

In dem neuen Gerät finden SPECT- und CT-Untersuchung unmittelbar nacheinander statt, die reine Untersuchungszeit beträgt etwa 20 Minuten und wird von den Krankenkassen bezahlt. 

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Therapie

  • Radiosynorviorthese (RSO) der Kniegelenke bei entzündlichen Gelenkerkrankungen und/oder bei Ergussbildungen durch Gelenkverschleiß, nach Gelenkoperationen oder bei Ergüssen nach Gelenkersatz.
  • Schmerzbehandlung mit Samarium-153 oder mit Radium-223 bei schmerzhaften Knochenmetastasen, verursacht durch bösartige Tumoren über eine intravenöse Injektion.
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